Köln/Aachen, März 2026. Fünf Tage, rund 75.000 Besucher*innen und hunderte Gespräche über Tierversuche, Wissenschaft und Tierschutz: Die Didacta 2026 in Köln war für die 3R-Forschung ein voller Erfolg. Vom 10. bis 14. März präsentierten Vertreter führender 3R-Netzwerke das Prinzip von Reduce, Refine und Replace einem breiten Publikum aus Pädagogik und Bildung – und stießen auf großes Interesse.
Mit am Stand waren die Forscher André Bleich und René Tolba, zwei profilierte Köpfe der deutschen 3R-Forschung. Beide leiten etablierte 3R-Netzwerke und engagieren sich seit Jahren für die wissenschaftliche Weiterentwicklung und gesellschaftliche Verankerung des 3R-Prinzips.
Glücksrad, Quiz und echte Gespräche
Um Besucher*innen niedrigschwellig anzusprechen, setzte das Team auf ein interaktives Standkonzept: Ein Glücksrad sorgte für Aufmerksamkeit, ein Touchscreen-Quiz mit zehn Fragen rund um das 3R-Prinzip bildete die Brücke für Fachgespräche. Wer ein bestimmtes Feld drehte, beantwortete drei Quiz-Fragen – so begannen Gespräche über die Forschung, die hinter den drei Rs steckt.
Das Konzept ging auf: Die Zahl der qualifizierten Standgespräche wuchs von Tag zu Tag – von 45 am Dienstag bis auf 197 am Samstag. Insgesamt wurde das 3R-Prinzip dabei hundertfach erläutert, Vorwissen abgefragt und auf weiterführende Informationen sowie die Webseite verwiesen.
Lehrerinnen und Lehrer wollen mehr
Besonders aufschlussreich war die Rückmeldung aus der Pädagogik: Sowohl Grundschullehrkräfte als auch Erzieher*innen berichteten, dass Kinder und Jugendliche das Thema Tierversuche aktiv ansprechen – etwa im Zusammenhang mit Kosmetik, Haustieren oder Fleischkonsum. Die Nachfrage ist also vorhanden, passendes Unterrichtsmaterial fehlt bislang aber.
Vertrauen in die Wissenschaft – trotz Fehlinformation
Die Grundstimmung gegenüber der 3R-Forschung war positiv. Die institutionellen Unterstützer – DFG, 3R-Kompetenznetzwerk NRW, die medizinische Hochschule Hannover (MHH), die RWTH Aachen und R2N – wurden von den Besucher*innen als vertrauenswürdig wahrgenommen. Gleichzeitig zeigte sich: Fehlinformationen halten sich hartnäckig. So glauben viele Menschen noch immer, dass Tierversuche für Kosmetik in Deutschland heute noch üblich seien. Solche Missverständnisse ließen sich im direkten Gespräch jedoch gut ausräumen.
Nächste Schritte
Die Didacta 2026 hat gezeigt: Das Interesse an 3R-Forschung in der Bildungslandschaft ist real und wächst. Die empfohlenen nächsten Schritte umfassen vor allem die Teilnahme an der Didacta 2027 in Hannover und die Entwicklung von Schüler- und Lehrermaterialien.






